Die letzte Woche lief läuferisch sehr gut. Ich hatte aufgrund eines subjektiv guten Gefühls und dem schönen Wetter meine täglichen kurzen Läufe auf ca. 4km hoch gesetzt und dazu am Dienstag einen gemütlichen langen Lauf von 22,3km eingebaut. Außerdem laufe ich am Donnerstag bereits vormittags, da mir die Läufe direkt vor oder nach dem Fußballtraining am Abend einfach keinen Spaß und vor allem auch wenig Sinn machen.
Für den besagten langen Lauf suchte ich mir eine schöne Strecke aus. Wobei der nördliche Teil aufgrund eines Laufs mit Robert vor einigen Wochen gebastelt werden konnte. Ich startete über die Nonne Richtung Palmgarten und weiter zur Angebrücke. Vorbei am Charlottenhof und Friesenkrankenhaus rein ins Leutzscher Holz. Dort unter der S-Bahn-Strecke durch zur Nahle und zum Auensee. Von diesen dann gerade aus bis zur Brückenstraße und wieder zurück zur Nonne. Ein kleiner Verläufer erhöhte die Distanz etwas, sonst wäre sie fast exakt ein Halbmarathon gewesen. Ich bin es auch sehr gemütlich angegangen und hatte mir sogar etwas Wasser mit genommen. Dazu hatte ich Musik auf den Ohren und musste feststellen wie sich der Rhythmus mit der Musik verändert und mich teilweise gehörig bremsen.
Am Ende war die Strecke ca. 1-2km zu lang, da ab diesem Zeitpunkt doch eine spürbare Ermüdung einsetzte und ich mich konzentrieren musste ordentlich nach Hause zu laufen. Trotzdem ein nahezu perfekter Trainingslauf, waren doch die 20km davor einfach nur locker.
Das Fußballtraining am Donnerstag war dann auch eine sehr gute Einheit, da man auch dort spüren konnte, dass gutes Wetter und ein grüner Rasen, gegenüber Kälte und Hartplatz für viel mehr Spaß und Motivation sorgen.
Der Rest der Woche ist dann schnell erzählt. In der Nacht von Freitag auf Samstag traf unser Besuch ein und Samstag waren wir dann das erste Mal seit Geburt der Jüngsten gemeinsam abends weg. Mit dem Bruder meiner Liebsten und dessen Freundin fanden wir prima Babysitter und bis zu dem Zeitpunkt als die jüngste in der Nacht wach wurde verging auch genug Zeit um einiges zu erleben und dann ging es schnurstracks nach Hause.
Dort angekommen war dann aber noch nicht Schluss und ich verquatschte mich mit unseren Besuchern bis es Zeit zum Frühstücken wurde. Dass das in meinem Alter noch geht wunderte mich, aber der Körper vergisst nicht
15:00 Uhr stand bei fast 30° in der Sonne ein Punktpiel in Lützschena an. Ein Nickerchen von 11:00 bis 13:00 Uhr musste zur Vorbereitung genügen. In der ersten Hälfte war ich noch nicht so auf der Höhe, aber in der zweiten zeigte sich, dass die Lauferei beim Fußball gut zu gebrauchen ist. Zwei Solos aus der eigenen Hälfte besorgten die Tore zum 2:1 (ich) und 3:1 (Manu nach meiner Vorlage). Am Ende ein verdientes 4:2 gegen recht schwache Gastgeber und nach 5 Niederlagen in Folge endlich mal wieder ein gutes Gefühl.
Dann schnell nach Hause und so langsam kam die Müdigkeit, einen kleinen Lauf von nur 1,8km habe ich aber dennoch hin bekommen und somit diese Woche ziemlich kaputt aber zufrieden mit einem Döner beendet.
Morgen oder Übermorgen geht es dann weiter. Meine Liebste höchst persönlich hat den Inhalt meines Schuhregals vergrößert. Ich war das neue Paar soeben Laufen und kam schnurstracks wieder nach Hause und das nicht, weil es schmerzte. Dazu dann später mehr und ein paar Bilder gibt es bestimmt auch.








Höhenmeter!
Die nächste Lücke ist geschlossen und ich habe das erste Mal einen Lauf mit einigen Höhenmetern absolviert. Es ging mit Bobat um die Talsperre Kriebstein (wir wichen allerdings dem hier angegeben Weg etwas ab) und nach 22,3km standen 1430m zu Buche. Unsere Zeit ist nicht der Rede wert und ab dem siebzehnten Kilometer sind wir bergauf nur noch gegangen und die Erholungsphase bis zum nächsten Traben dauerte auch dann noch sein Zeit. Bis dahin lief es dafür aber umso besser und es machte in dieser Landschaft und diesem Gelände richtig Spaß.
Die Runde – übrigens ein Teil des Zschopautalwegs – wird auch rege von Mountainbikern genutzt und ist an einigen Stellen richtig steil. Da geht es auch schon mal hundert Meter lang Treppen bergauf oder -ab. Immer wieder verlässt man das Ufer um Steilhänge zu überqueren und nachdem man hochgestiegen ist, geht es fast immer gleich wieder runter. Man windet sich über kleine Behelfsbrücke um Bachläufe zu überqueren. Kurz, es gab es ordentlich was zu tun für die Muskulatur des gemeinen Stadtläufers.
Vor dem Abbruch unserer ununterbrochenen Lauftätigkeit überlegten wir noch ob wir nicht mit der Fähre übersetzen, da ich merkte, dass ich die letzten sechs Kilometer nicht mehr im vorherigen Tempo fortsetzen kann. Wir hätten dann aber eine dreiviertel Stunde warten müssen und auch nur noch wenig Geld dank der Preise von 2,80 und 3,20 € für einen halben Liter Radler. Also beschlossen wir das letzte Stück so gut es geht zu absolvieren, was ja am Ende auch irgendwie klappte.
Jede Menge Wasser, Apfelschorle und Gummibärchen brachten uns im Quartier auch wieder die nötige Energie und am Abend wurde noch gegrillt. Am nächsten Tag gingen wir dann spazieren und legten ca. 1,5km nochmal auf der Strecke zurück und man (unsere besseren Hälften) bekam einen guten Eindruck von der Leistung des Vortags. Nun setzte auch der Musklekater an einigen Stellen ein und zeigte Bobat und mir was wir in welchem Umfang belastet hatten und welche Muskelregionen auch schon vorher gut in Schuss waren.
Ein wenig kann man Bewohner solcher schönen und vor allem bergigen Regionen beneiden um die ihnen gebotene Abwechslung beim Laufen. So weit ist die Talsperre allerdings nicht weg und die hiesigen Auwälder möchte ich auch nicht missen.
Ich bin mir aber fast sicher, dass wir die Runde beim nächsten Mal schaffen werden, ein klein wenig bedächtiger und das Ausnutzen der wenigen ebenen Streckenteile zur aktiven Erholung wären meine ersten Änderungen aus den gemachten Erfahrungen. Übrigens, von den nackten Zahlen ähnelt die Kriebstein-Runde (Höhenprofil) dem des Halbmarathons beim Rennsteiglauf (Höhenprofil). Man kann in den beiden Profilen aber gut erkennen, dass der Rennsteig längere Anstiege vorzuweisen hat, während die Kriebstein-Runde von mehreren kurzen Erhebungen geprägt ist, welche man im Anschluss zumeist gleich wieder herrunter muss. Leider lässt sich die Steigung nicht sehr genau beurteilen. Es strengt aber sicherlich jeder Lauf auf seine Art an
Die große Erkenntnis ist jetzt aber, dass ich nun eine Vorstellung von Höhenmetern bekommen habe und aktuell 1000 dieser auf zumeist unbefestigten Waldwegen über Wurzeln, Steine und Laub bewältigen kann und dafür 6:30 Minuten den Kilometer benötige, bergab auch mal weniger als 4/km, bergauf dafür fast stehend
Dieser Lauf hat bei uns beiden den “Mitternachts-Halbmarathon bei Minusgraden” als härtesten Lauf abgelöst. Doch wie der damalige Nachtlauf, ist auch dieser einer der schönsten gemeinsamen Läufe welche wir bisher erlebt haben und bestimmt auch wiederholen werden.
Hier noch der Link zu den Daten des Forerunners. Die erste Lap ist das komplett gelaufene Stück, eine zeitgestoppte Trinkpause haben wir dabei eingelegt. Die folgenden Intervalle sind Wanderungen und/oder Laufpassagen, welche sich dann bald nicht mehr unterscheiden ließen.